
Die Straßenfasnet mit ihren vielen Umzügen landauf und landab ist wesentlicher Teil der alemannischen Fasnet. Deshalb macht das „jucken“ der Buchhorn-Hexen auf den vielen Umzügen auch den größten Teil jeder Fasnet aus. Nichts und niemand ist dann vor den Buchhorn-Hexen sicher.
Mit ihren vielen Mitgliedern geben die Buchhornhexen ein beeindruckendes an jedem Umzug ab. Dabei haben sie auch viele Attraktionen dabei. Sei es der Hexenstart mit dem Rad schlagenden Hexen, die Rauchbesen oder auch der Wagen mit einer Hexe drauf die nur so auf junge Frauen wartet um sie einmal ordentlich durch zu kitzeln. Schabernack treiben aber nicht nur die Althexen mit Maske.
Auch die Junghexen stehen in nicht hinterher. Egal ob in den alten Kinderwägen, im großen Junghexenwagen oder selbst laufend. Es werden Harre verstrubbelt, Schnürbänder verknotet und hin und wieder auch mal ein Bonbon verteilt.
Geschichte des Hexenwagens der Buchhornhexen (ohne Namen)
Nachdem sich in den 50er Jahren viele Hexengruppen neu gründeten, wollten sich die Buchhornhexen schnell von der Masse abheben. So entstand schon 1957 die Idee mit dem Hexenwagen.
Es fanden sich gleich einige Hexen, die sich dem Thema angenommen und umgesetzt haben. So
entstand 1953 der erste Hexenwagen in Eigenbau. Wenn man sich den aktuellen Hexenwagen
anschaut, das Grundgerüst ist immer noch das aus den Gründerjahren.
Was sich i.L. der Jahre immer erneuert hat, war die Technik. Und hier ganz wichtig, die Akustik in
Form von zwei lauten Hupen, die beiden Schieber bedienen, um die anderen Hexen aber auch die
jungen Mädchen am Straßenrand zu warnen. Es ist nicht ganz ungefährlich, dem Hexenwagen in
voller Fahrt im Weg zu stehen. Diese Aufgabe, lautstark den Hexenwagen anzukünden, hat bis Mitte
der 90er Jahre der Hexenbüttel Franz Mocker übernommen.
Was aber immer gleich war und ist, auf dem Hexenwagen sitzt immer eine Frau, die sich um die
meist weibliche Fracht kümmert.
Auch können Generationen von Ladern von allerlei lustigen Begebenheiten berichten, die hier
allerdings den Rahmen sprengen würden. Legendär waren in den 80er und 90er Jahren die
Wettbewerbe innerhalb des Laderteams, wer pro Umzug die meisten Mädels bringt.
Es gilt aber seit je her das eiserne Gesetz, lade nie ein Mädchen mit einem langen Mantel, Du weißt
nie, was drunter ist.
Zum 25 jährigen Jubiläum der Junghexen hat der Hexenwagen Zuwachs bekommen. Rudi Krafcsik
und sein Team haben der Jugendgruppe zum Geburtstag einen Junghexenwagen geschenkt. Dieser,
optisch und akustisch in Anlehnung an den Althexenwagen, dient seither als Mitfahrgelegenheit und
Transportmittel für die kleinen Junghexen, die noch den ganzen Umzug mitspringen können. Und ab
und zu wird auch ein verdientes Mitglied der Althexen durch die Straßen kutschiert, allerdings nur
wenn das Kopftuch getragen wird anstatt der Maske.
Natürlich gab und gibt es immer freiwillige Fahrer, die dafür sorgen, dass die beiden Hexenwagen
sicher und pünktlich zu den Umzügen und wieder nachhause kommen.
Aktuell wird das Hexenwagenteam geleitet vom Hexenmeister Bernd Huckle, der selbst auch aktiver
Lader ist.
